Review: ELI (Netflix)

(USA 2019)

Regie: Ciaran Foy

Mit: Kelly Reilly, Charlie Shotwell, Lili Taylor, Sadie Sink

Freigabe: ab 16 (Netflix)

Release: 18. Oktober 2019

Erinnert an: The Shining, Das Omen, Der Exorzist,

Story: Mit seinen verzweifelten Eltern im Schlepptau beginnt ein 11-jähriger Junge mit einer schweren Krankheit in einer entlegenen Klinik eine experimentelle Behandlung.

Kritik: Bewegt man sich viel im Horrorgenre gibt es Namen, die einem häufiger über den Weg laufen. Auch im Falle des aktuellen Netflix-Exclusives ELI ist das der Fall. Das beginnt auf dem Regiestuhl mit Ciaran Foy, der uns bislang durchaus sehenswerte Beiträge, wie SINISTER 2 oder auch CITADEL aus dem Jahre 2012 präsentierte. Doch auch vor der Kamera bewegen sich einige bekannte Gesichter. Allen voran Kelly Reilly in der Roller der Mutter von Eli, die Horrorveteranen u.a. als Survivalopfer aus EDEN LAKE bekannt sein dürfte. Doch auch Lili Taylor, hier in der Rolle der Ärztin, war schon mehrfach im Genre unterwegs. Zuletzt als Verna Sawyer in LEATHERFACE oder auch in THE NUN. Zuletzt sei noch Sadie Sink, bekannt aus STRANGER THINGS, erwähnt, die hier ebenfalls in einer Nebenrolle zu sehen ist. Also durchaus erfahrenes Personal vor und hinter der Kamera, um uns einen gelungenen Horrorfilm zu präsentieren.

Zuerst möchte ich erwähnen, dass Horrorfilme mit Kindern in der Hauptrolle ja häufig etwas problematisch sind. Das liegt weniger daran, dass die jungen Mimen Schaden durch die gruseligen Dreharbeiten nehmen könnten (dafür sind heutzutage(!) die Betreuungen am Set viel zu gut), sondern viel mehr an der Tatsache, dass sie häufig den Zuschauer nerven. Nicht zuletzt ein Problem schlechter Synchronisationen. Zueletzt taten sich da THE BABADOOK als negatives Beispiel hervor. Von diesem Schicksal bleiben wir bei ELI verschont, denn der zehnjährige Charlie Shotwell liefert in der Hauptrolle eine sehr ordentliche Leistung ab und wird auch in der deutschen Synchronfassung passend wiedergegeben.

So entwickelt sich der Film zunächst atmosphärisch und langsam, versteht es aber von Anfang an das Interesse des Zuschauers zu wecken, was erst einmal an der unverbrauchten Geschichte und den guten Darstellern liegt. Im weiteren Verlauf pendelt ELI zunächst zwischen Haunted-House-Grusel und Bodyhorror hin und her. Im weiteren Verlauf mischt sich da noch eine gehörige Portion Okkulthorror dazu, ohne zu viel verraten zu wollen.

Insbesondere im Mittelteil punktet ELI mit sehr dichter Atmosphäre und guten Spannungsmomenten. Dabei entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel bei dem lange nicht klar ist, was hier eigentlich gespielt wird und wer hier gut und böse ist. Das trägt natürlich enorm zum Spannungsbogen bei.

Im Finale verschleudert ELI ein wenig seine guten Ansätze und wirft die Atmosphäre weitgehend zu Gunsten von mehr Action über Bord. Das wird manchen zusagen und anderen eher nicht. Ganz rund ist die Auflösung jedenfalls nicht, wenngleich aber zumindest überraschend. Im letzten Drittel gibt es dann tatsächlich auch, für einen Gruselstreifen unüblich, die ein oder andere Gewaltszene zu sehen. Ein platzender Kopf, sowie verbrenndende und aufgespießte Menschen sollte man aushalten können, wenn man sich ELI anschaut.

Der Film ist seit dem 18. Oktober 2019 exklusiv bei Netflix abrufbar.

Fazit: Mit ELI präsentiert und Netflix einen Horrorfilm, der zahlreiche Subgenres versucht zu vereinen. Das funktioniert manchmal erstaunlich gut, an anderen Stellen eher weniger. Am Ende kann man ELI aber durchaus empfehlen, da er eine unverbrauchte Geschichte liefert und einen ordentlichen Spannungsbogen aufbaut. Das Finale ist dann hingegen eher Geschmackssache und in meinen Augen etwas unrund.

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