Kino-Review: TERMINATOR – DARK FATE

(USA 2019)

Regie: Tim Miller

Mit: Mackenzie Davis, Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Gabriel Luna

Freigabe: FSK ab 16

Story: Die Zukunft hat sich verändert. Sarah Connor konnte das Ende der Welt verhindern, doch Skynet sinnt noch immer auf Rache, aus einer Zukunft, die es so nie gegeben hat. Und er hat ein neues Ziel…..

Kritik: Wer kennt es nicht…baba bamm bababamamm…das Maintheme der Terminator-Reihe gehört zu den bekanntesten der Filmgeschichte und mir läuft es heute noch immer kalt den Rücken herunter, wenn es aus entsprechend großen Boxen ertönt. Ich bin Baujahr 1982 und groß geworden als im TV-Programm noch „Der Terminator“ stand und man das auch genau so aussprach…heute heißt es ja gemeinhin Töörminäjda, aber sei es drum. Jedenfalls setzte ich mit etwa 8 Jahren alles daran diesen einen Film im Nachtprogramm auf RTL sehen zu können…heimlich versteht sich…und mehr oder weniger zensiert, da der Actionreißer zu der Zeit auf dem Index stand. Diese Zeiten sind vorbei, kein Terminator mehr indiziert und im Höchstfall ab 16 Jahren freigegeben. Ja sogar einen Terminator-Film ab 12 Jahren gibt es mittlerweile (Genisys)….die Zeiten ändern sich.

Nach den erstklassigen Filmen Terminator und Terminator 2, folgte ein lauer Aufguss mit Terminator 3. Auch Terminator 4 konnte trotz Christian Bale nie die Erwartungen erfüllen und auch das quasi Reboot Terminator: Genisys war maximal durchschnittlich. Da gehörte doch tatsächlich die TV-Serie Terminator: Sarah Connor Chronicles noch zu den besten Beiträgen zum Killerroboter-Franchise.

Natürlich war die Vorfreude entsprechend groß, als es hieß James Cameron persönlich beteiligt sich als Produzent an Terminator: Dark Fate und auch Linda Hamilton kehrte erstmals seit Teil 2 wieder zur Reihe zurück. Kurz gab es auch Gerüchte über die Rückkehr von Edward Furlong als John Connor, aber dazu kam es dann schlussendlich doch nicht.

Bevor ich nun endlich zu meiner eigentlichen Kritik komme, möchte ich noch erwähnen, dass ich persönlich seit Titanic keinen guten Film von James Cameron mehr gesehen habe. Ich würde mich demnach nicht als Cameron-Fan bezeichnen….Avatar inklusive. Außerdem habe ich vorab KEINEN Trailer geschaut und mich gegen jede Filmberwertung zu Dark Fate im Vorfeld abgeschirmt….im Sinne der Neutralität.

Endlich geht es also los…das neue Terminator-Kapitel. Zunächst fällt mir auf, dass man sich nicht großartig mit einem traditionellen Intro aufhält, dass normalerweise dazu genutzt wurde das tolle Maintheme durch den Kinosaal donnern zu lassen. Es wird nur ganz kurz angespielt. Auf der Leinwand lassen die ersten zeitreisenden Maschinen nicht lange auf sich warten…und das mitten in Mexico City. Mexico? Ja, der mittelamerikanische Staat steht im Actionfilm mal wieder hoch im Kurs. Erst vor wenigen Wochen musste John Rambo dort aufräumen und jetzt braucht es sogar Killermaschinen aus der Zukunft.

Das alles plätschert so vor sich hin und irgendwie fühlt man sich zunächst ein wenig, wie in einem südamerikanischen Remake zu Terminator 2, nur dass das primäre Ziel nun nicht John Connor, sondern Danielle Ramos heißt. Und in der Tat ändert sich nur sehr wenig an der Geschichte. Mit Fortschreiten des Films frage ich mich immer wieder, wann die Geschichte eine Wendung nimmt….ohne zu spoilern…sie tut es im Kern zu keinem Zeitpunkt. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt, denn das ist es doch was die Reihe ausmacht…die Geschichte. Hier wird sie einfach nochmal erzählt. Ein weiterer Beleg dafür (das Drehbuch stammt von James Cameron), dass James Cameron kein Geschichtenerzähler ist. Stattdessen gibt es vor allem eins: Action aus dem PC….und das im Überfluß. Zwischenzeitlich beschleicht mich das Gefühl, dass ich mich in einem neuen Avengers-Film befinde. Die Terminatoren und auch die Menschen fliegen durch die Luft, gegen jede Schwerkraft und all ihre Gesetze. Dazu sehen die Animationen extrem künstlich aus. Selbst der fast 30 Jahre alte zweite Teil, besticht durch eine authentischere Optik. Enttäuschend. Dass Regisseur Tim Miller vorab vorallem durch Deadpool bekannt geworden ist, erklärt es zumindest, denn genauso sehen die Kampfszenen auch aus…wie aus einem Deadpool-Film. Das muss nicht schlecht sein, passt aber eben kein Stück in einen Terminator-Film.

Etwas Nostalgie macht sich breit, als Linda Hamilton auf der Bildfläche erscheint und als sich dann ab der Filmmitte auch Arnie dazu gesellt, wird das Geschehen eine zeitlang etwas aufgelockert. Spannung kommt über die gesamte Laufzeit von 2 Stunden allerdings zu keinem Zeitpunkt auf. Zu steril…zu künstlich prasselt die Action ohne Pause hier von der Leinwand auf den Kinozuschauer ein. Harte Szenen gibt es nie zu sehen. In ganz wenigen Szenen ist minimal Blut zu sehen. Ansonsten wird gewohnt hektisch hin und her gewackelt und geschnitten, bis nicht mehr wirklich was zu sehen ist.

Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, aber auch kann Brett Azar als Terminator zu keinem Zeitpunkt die Performance eines Robert Patrick aus T2 erreichen. Dazu lässt der „böse“ Terminator selbst auch immer mal wieder einen flotten Spruch fliegen, was eigentlich Arnie vorbehalten ist und völig deplatziert wirkt. Es nimmt der Rolle einfach die Tödlichkeit…die Kraft…den unbändigen Willen und die Emotionslosigkeit.

Dann steuern wir auf das große Finale zu, dass aber irgendwo im zweistündigen Effektgewitter untergeht, um am Ende alles genauso zu machen, wie bereits vor 30 Jahren. Für Neulinge der Reihe (gibt es die?) mag das ja alles okay sein. Für Fans der ersten Stunde ist Dark Fate eine Qual…eine Qual weil es hätte so gut sein können. Aber was fehlt? Eine Geschichte oder zumindest eine neue Geschichte….stattdessen erzählt der Film die gleiche Geschichte und tauscht die Intensität gegen puge CGI-Action aus. Ein Trauerspiel und für mich ganz persönlich auch das Ende der Terminator-Reihe. So bleibt die mexikanisch-angehauchte Gitarrenvariation des Terminator-Themes im Abspann eines der wenigen Highlights in einem sonst durch und durch enttäuschenden Kinobesuchs.

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