Review: STILL/BORN

(Kanada 2017)

Regie: Brandon Christensen

Mit: Christie Burke, Jesse Moss, Jenn Griffin

Freigabe: ab 18 ungeprüft

Story: Als eine Mutter einen ihrer Zwillinge bei der Geburt verliert, gerät sie allmählich in den Wahnsinn und denkt, ihr anderes Kind sei von einem bösen Geist bedroht.

Kritik: Die Exklusivproduktion des amerikanischen Streamiganbieters Shudder (u.a. über Amazon Prime Video Channels zu sehen), legt von Beginn an Wert auf Atmosphäre und ein gemächliches Erzähltempo. So arbeitet Regisseur Brandon Christensen ganz bewusst auch immer mit lauten Szenen, die abrupt in nahezu geräuschlose Szenen übergehen. Eines vorweg: Wer wegen einer eigenen Schwangerschaft selbst gerade etwas labil unterwegs ist, der sollte einen entsprechend großen Bogen um Still/Born machen.

So vermag der Film im ersten Drittel durchaus zu überzeugen, allerdings sei auch die recht schwache Synchronisation erwähnt, die nicht immer passend und professionell daher kommt.

Viele Schockmomente werden hier genretypisch mit JumpScares erzeugt, die aber zumindest in den meisten Fällen gut platziert sind und auch funktionieren. Im weiteren Verlauf des Films wäre hier allerdings weniger mehr gewesen, denn in der zweiten Hälfte geht man mit dieser Methode schon etwas arg inflationär um. Ein Umstand, der der Schreckhaftigkeit des Zuschauers nicht unbedingt zuträglich ist.

So richtig voran kommt das Geschehen aber nicht und so entsteht in der Filmmitte etwas zu viel Leerlauf und ein ordentlicher Knick im Spannungsbogen. Vieles dreht sich um die Frage, was ist Realität und was Fiktion? Was ist Bedrohung und was Wahn?

Ganz verleugnen kann Still/Born seine Vorbilder nicht. So kann man natürlich den Einfluss der Paranormal Activity-Filme ebenso sehen, wie auch Horrorklassiker, wie Rosemarie’s Baby. Warum Amazon bzw. Shudder den Film mit einer Freigabe ab 18 Jahren listen, erschließt sich allerdings zu keinem Zeitpunkt. Gröbere Gewaltexzesse gibt es zu keinem Zeitpunkt, so dass eine Freigabe maximal ab 16 Jahren als gerechtfertigt erscheint. Das Finale wird dann nochmal richtig spannend und fast schon dramatisch.

Fazit: Das geht schon in Ordnung was Brandon Christensen hier mit seinem Filmdebut abliefert. Still/Born hat definitiv seine Momente, auch wenn er die Spannung nicht immer aufrecht erhalten kann. Punkte sammeln tut der Film bei der Atmosphäre und einem wirklich spannenden Finale. Alles in allem ein nicht uninteressanter Genre-Mix, der sich wertungstechnisch im guten Durchschnitt ansiedeln lässt.

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