Review: WIR

(USA 2019)

Regie: Jordan Peele

Mit: Anna Diop, Kara Hayward, Winston Duke

Freigabe: FSK ab 16

Release: 25. Juli 2019

Story: Alles scheint ein ganz normaler Abend zu sein, doch plötzlich fällt bei Famile Wilson der Strom aus und eine Familie steht vor ihrer Haustür. Die überraschenden Besucher sind ihnen allerdings ähnlicher, als sie es sich wünschen.

Kritik: Regisseur Jordan Peele servierte uns mit seinem Debutfilm GET OUT im Jahr 2017 einen wirklich beachtenswerten Horrorfilm, der sich wohltuend vom Genre-Einheitsbrei abhebt. Nun legt Peele mit WIR nach und setzt ordentlich einen drauf.

WIR beginnt nahezu perfekt. Ein interessantes Intro, gruseliger Score und wirklich gute Darsteller. Was in den ersten 30 Minuten von WIR abläuft ist nicht weniger, als eine der besten 30 Minuten, die es in einem Horrorfilm in den letzten Jahren zu sehen gab. Atmosphärisch dicht, gruselig wie die Seuche und definitiv extrem spannend. Ohne jede Ahnung, was da gerade abläuft, befindet sich der Zuschauer in einem absoluten Albtraum. Es entsteht ein verrückter Mix aus Funny Games und The Shining.

Dann verlässt Peele reichlich früh und ohne Not die bedrohliche Szenerie innerhalb des Hauses und verlegt das Geschehen auf die Straße. Ab jetzt mutiert das ganze vom subtilen Grauen zu einer Art Slasherfilm. Die Zunahme von Actionszenen geht allerdings klar zu lasten der zu Beginn so intensiven Atmosphäre.

Wo im Mittelteil dann Action und auch durchaus brutale Szenen vorherrschen und auch unterhalten, rutscht WIR dann im letzten Drittel ziemlich ab. Das liegt vor allem daran, dass Peele einfach zu viel versucht. Er will den perfekten Horrorfilm abliefern und verzettelt sich im Storyfaden gehörig, denn spätestens ab dem Moment, wo sich das Geschehen von der Familie auf die Stadt ausdehnt, verliert das Ganze viel von seinem Schrecken.

Das Finale will dann unbedingt eine Erklärung liefern, kann aber dabei nicht wirklich überzeugen. Zwar ist der finale Twist ganz am Ende dann durchaus als gelungen und interessant zu bezeichnen, bleiben die Erklärungen davor reichlich wirr und unnötig pseudo-philosophisch.

Fazit: Nach extrem starkem Beginn, baut WIR nach und nach ab. Zwar bleibt das Gezeigte noch immer durchweg interessant und anders, aber am Ende bleibt es auch eine verpasste Chance. Weniger wäre hier wirklich mehr gewesen und so bleibt WIR am Ende ein guter Horrorfilm, hätte aber ein wahres Genre-Meisterwerk werden können. Beim nächsten Mal, Mister Peele.

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