Review: FEEDBACK

(USA 2019)

Regie: Pedro C. Alonso

Mit: Eddie Marsan, Richard Brake, Paul Anderson

Freigabe: FSK ab 18

Release: 29. November 2019

Story: Der kontroverse Late Night-Talker Jarvis Dolan („Atomic Blonde“-Star Eddie Marsan) erlebt die schrecklichste Nacht seines Lebens, als Maskierte sein Radiostudio stürmen. Den Eindringlingen ausgeliefert, muss er seine Live-Sendung nach ihren Anweisungen zu Ende bringen. Die Lage verkompliziert sich zusätzlich, als sein alter Weggefährte Andrew Wilde (Paul Anderson, „The Revenant“) ahnungslos ins Studio platzt. Jedes falsche Wort kann für die Beteiligten tödlich enden. Es entspinnt sich ein nervenaufreibendes Katz- und Mausspiel, in dem jeder mit seiner eigenen dunklen Vergangenheit zu kämpfen hat.

Kritik: Mit Feedback – Sende oder stirb legt der spanische Filmemacher Pedro C. Alonso seine Filmpremiere vor und eines sei schon mal gesagt…sie ist gelungen. Feedback beginnt bereits außergewöhnlich in dem er sehr viel Wert auf die akkustische Untermalung des Gezeigten legt. Dabei setzt der Film alles daran, den Film ungemütlich zu machen. Der Zuschauer soll zu keiner Sekunde in eine Art Wohlfühlmodus fallen. Wenn dann die Figuren erst einmal eingeführt sind und das Unheil langsam seinen Lauf nimmt, ist der Zuschauer längst am Haken und gefesselt von dem, was sich da dem Auge und Ohr präsentiert.

Nach rund 20 Minuten wähnen wir uns in einem guten und spannenden Thriller. Genau an diesem Punkt packt Alonso dann im wahrsten Sinne des Wortes den Hammer aus und verpasst dem Zuschauer einen herben Schlag in die Magengrube. Auf diese Art hat mich schon sehr lange keine Gewaltszene mehr erschrocken. Nicht weil sie so derart unsäglich blutig wäre, sondern weil sie unerwartet und unglaublich roh daher kommt und nicht nur den Zuschauer auf einem völlig falschen Fuß erwischt.

Ab dem Moment fürchtet man förmlich einen neuerlichen Gewaltausbruch und ertappt sich selbst dabei, wie man mit den gut gespielten Protagonisten mitfiebert, dass ihnen bloß nichts Vergleichbares passiert. Dabei schafft es Alsonso die Spannungsschraube immer weiter anzuziehen. Selten kann mich ein Film über die volle Laufzeit derart fesseln.

Im weiteren Verlauf kommen dann einige interessante Wendungen um die Ecke, die glaubhaft in die Geschichte verwoben wurden. Es ist schon bezeichnend, wenn ausgrechnet Muster-Psycho Richard Brake (Perfect Skin, 3 From Hell) die noch normalste Rolle der anwesenden Charakter mimt. Feedback spielt sehr schön mit aktuellen Themen, wie dem Weinstein-Skandal oder auch der #MeToo-Bewegung. Außerdem widmet er sich ausgiebig den Themenfeldern der Manipulation und Machtmissbrauch. Dabei stellt er auch unbequeme Fragen, wie zum Beispiel, welche Mittel sind zum Erfahren der Wahrheit erlaubt und moralisch noch vertretbar und was ist das Erzwingen von Geständnissen unter Folter? Das alles verpackt in einem harten Thriller mit Elemementen des HomeInvasion-Genres.

Fazit: Ein wahrhaft hartes Stück Horrorthriller ist Feedback geworden. Nicht weil es eine bluttriefende Schlachtplatte ist, sondern nicht zuletzt durch die völlig unvorhersehbaren, krassen Gewaltspitzen und deren realistische Inszenierung. Dazu eine spannende Geschichte und überdurchschnittliche Darsteller. Am Ende ist Feedback – Sende oder stirb einer der Pflichtfilme 2019 für Fans härterer Thriller.

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