Review: CHARLIE SAYS

(USA 2018)

Regie: Mary Harron

Mit: Matt Smith, Hannah Murray, Chace Crawford

Freigabe: FSK ab 16 Jahren

Release: 24. Oktober 2019

Story: Auf der Spun-Ranch führt der charismatische Charles Manson seine Gefolgschaft aus vor allem jungen Mädchen zuerst in ihre persönlich Freiheit und macht sie dann zu Mörderinnen. Manson’s Einfluss auf die Mädchen dauert auch Jahre später im Gefängnis weiter an und eröffnet eine wahnsinnige Welt, voller Rassismus und Gewalt.

Kritik: Mal wieder Manson…die Filme, die sich direkt oder indirekt mit den Morden der Manson-Family rund um ihren Führer Charles Manson beschäftigen, ist endlos. Spätestens seit Quentin Tarantino das Thema in Once upon a time in…Hollywood aufgriff, stürzen sich die Verleiher auf alles, was mit dem Hippiekiller zu tun hat. Oft mit recht mäßigem Ergebnis. Im Falle von Charlie Says sind diese Bedenken allerdings unbegründet, denn der Film hat eine andere, interessante Herangehensweise an die Thematik. So zeigt Regisseurin Mary Harron die historischen Geschehnisse aus der Sicht der Mädchen und erreicht so psychologische Tiefe, die den meisten ähnlich gelagerten Verfilmungen abgehen. Apropos Mary Harron….Cineasten dürfte der Name durchaus geläufig sein, saß sie doch bereits bei American Psycho auf dem Regiestuhl und wagte sich an einen Stoff, der damals als unverfilmbar galt.

Kennt man sich ein wenig mit der Geschichte der Manson-Family aus, fällt recht schnell auf, dass man sich hier sehr nahe an den Fakten bewegt. Hier wird nicht dramatisiert, sondern gezeigt, wie es damals gewesen ist. Und das gelingt äußerst glaubhaft. Eine Tatsache, die nicht zuletzt auf Matt Smith zurückzuführen ist, der Charles Manson absolut eindrucksvoll spielt. Näher dran am Origanl war lediglich Jeremy Davies in der TV-Verfilmung Helter Skelter aus dem Jahr 2004.

So kommt, was kommen muss und die Spirale aus Enttäuschung, Drogen und Gewalt bewegt sich immer näher in Richtung der prominenten Mordfälle Sharon Tate und LaBianca. Dabei beweist Mary Harron sehr viel Fingerspitzengefühl und zeigt davon, was man zeigen muss, aber spielt die äußerst brutalen Morde nicht unnötig reißerisch aus. Das unterstreicht den Anspruch, dass sich Charlie Says deutlich näher am Drama als am Horrorthriller bewegt.

Wer sich bereits viel mit der Thematik beschäftigt hat, erfährt natürlich nichts wirklich Neues und auch hier war Helter Skelter (2004) sicherlich etwas ausführlicher und doch bietet Charlie Says einen sehr gut Überblick über das was 1969 in Hollywood geschehen ist. Nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Helter Skelter bis heute in Deutschland nur ein paar Mal im Pay TV ausgestrahlt wurde und bis heute keine deutsche Veröffentlichung existiert, ist Charlie Says eine gute Alternative, die sich Interessierte nicht entgehen lassen sollten.

Fazit: Toll gespielt bewegt sich Charlie Says sehr nah an den tatsächlichen Fakten und beweist an den richtigen Stellen auch das notwendige Fingerspitzengefühl. Wer sich für die Geschichte hinter Charles Manson aus der Sicht der Manson-Mädchen interessiert, kommt an dieser Verfilmung kaum vorbei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.