Review: ABGERISSEN

(Russland 2019)

Regie: Tigran Sahakyan

Mit: Denis Kosyakov, Andrey Nazimov, Irina Antonenko

Freigabe: FSK ab 16 Jahren

copyright Capelight Pictures

Story: Für Katja und ihre Freunde soll es ein unvergesslicher Silversterabend werden. Gemeinsam wollen sie auf dem Berg eines beliebten Skigebiets das neue Jahr feiern. Auf dem Weg zum Gipfel bleibt ihre Gondel jedoch auf halber Strecke stecken. Als sich die Weiterfahrt verzögert und es auch am nächsten Tag keine Aussicht auf Rettung zu geben scheint, wird aus dem ausgelassenen Partytrip bitterer Ernst. Die Nerven in der Gruppe liegen blank. Um ihrem eisigen Gefängnis zu entkommen, kämpft jeder nun für sich allein.

Kritik: Kling alles ein wenig nach Frozen – Eiskalter Abgrund aus dem Jahr 2010 und ja, der russischen Thriller Abgerissen hat in der Tat Gemeinsamkeiten mit dem US-Film. Dabei braucht sich Abgerissen allerdings nicht zu verstecken. Klar….die Ausgangslage bietet ja an sich schon alles was man braucht, um ein spannendes, leicht klaustrophobisches Kammerspiel zu entwickeln und genau das tut Abgerissen auch. Der Spannungsbogen ist straff und wenn gleich der Film seine russische Herkunft nicht verleugnet, so sind die Darsteller und Charaktere durchaus auch aus westlicher Sicht zumindest nicht (alle) unsympathisch.

Nach etwa 50 Minuten beginnt Abgerissen dann aber ein wenig viel zu wollen und baut ein paar Dinge ins Skript ein, die so gar nicht notwendig gewesen wären. Vielleicht hatte man das Gfefühl es passiert zu wenig und wollte etwas mehr Action. Auf jeden Fall wird das Verhalten des ein oder anderen dann ein wenig konstruiert und wenig nachvollziehbar. Was der Dramaturgie natürlich irgendwo schon hilft, raubt dem Ganzen aber ein wenig die Glaibwürdigkeit.

Angenehm inszeniert ist der Film dann dennoch und punktet mit einm guten Score und einer wirklich sehenswerten Kameraarbeit. Einige Kamerafahrten und Einstellungen sind schon echt toll anzusehen und vermitteln die Höhe und die Angst sehr gut an den Zuschauer.

Nebenbaut Abgerissen dann noch einen kleinen Nebenplot ein, der durchaus überzeugen kann, wenngleich er den Fokus von der eigentlichen Geschichte etwas ablenkt. Das Drehbuch ist dennoch positiv zu erwähnen, punktet es doch immer mal wieder mit guten Ideen und unerwarteten, kleinen Twists und lockert so das Geschehen auf.

Fazit: Wer Frozen mochte und nicht auf jedem Logiklock rumreitet, der wird mit Abgerissen angenehm gut unterhalten. Der Spannungsbogen ist straff und die Inszenierung für eine Produktion dieser Art durchaus überdurchschnittlich. Alles in allem ein gelungener kleiner Thriller, der kein Meilenstein darstellt, aber mit ein paar kleinen Überraschungen überzeugen kann.

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