Review: HOUSE OF MANSON

(USA 2014)

Regie: Brandon Slagle

Mit: Brandon Slagle, Suzi Lorraine, Devanny Pinn

Freigabe: FSK ab 16

Release: 22. November 2019

Story: Die ungeschönte Geschichte des Ex-Häftlings Charles Manson, der Ende der 1960er Jahre eine treu ergebene Anhängerschaft um sich scharte und als berüchtigter Massenmörder in die Geschichte einging. Los Angeles, 1969: Die Ära von Love & Peace war endgültig beendet und die wahnsinnige Inszenierung der berüchtigten Tate-LaBianca-Morde bildete den krassen Gegensatz dazu.

Kritik: Here we go again….Charles Manson ist mal wieder Thema. Zuletzt vor knapp zwei Woche war bereits das Horrordrama Charlie Says bei uns Thema und konnte mit feinfühliger, reflektierter Darstellung der Geschehnisse und einem glaubhaften Charles Manson-Darsteller punkten. Der bereits 2014 abgedrehte House of Manson ist da ganz anders unterwegs. Dass es stolze fünf Jahre dauerte bis der Film eine Veröffentlichung in Deutschland erfährt verwundert ein wenig, da Manson-Verfilmungen eigentlich stets ihr Publikum finden. Nun hat sich Lighthouse Home Entertainment, vermutlich im Zuge von Tarantino’s Once upon a time in…Hollywood, dem Werk angenommen und veröffentlicht.

In der Regel sind Filme, die jahrelang niemanden finden, der sie veröffentlichen will von bescheidener Qualität und so hatte ich nach dem gut gespielten Charlie Says tatsächlich arge Bedenken, dass House of Manson sonderlich punkten könne. Aber der Film weiß durchaus zu liefern. Zwar merkt man ihm durchaus das schmale Budget an und auch die Darsteller bewegen sich nur im Mittelmaß, die Geschichte des Serienmörders Charles Manson aber wird detailliert geschildert….meines Wissens nach sogar erstmals bis zurück in die Kindheit.

Dabei fällt aber recht schnell auf, dass die Macher zumindest zum Teil so ihre Sympathien mit Manson haben, denn er bekommt ihr sehr viele Möglichkeiten sein Handeln zu rechtfertigen und wird mehr als missverstandenes Genie dargestellt, statt als krankhaften Psychopathen. Auch wenn es dann in Richtung der legendären Morde geht, wird man nicht müde zu zeigen, dass Manson es weder direkt befohlen habe („tut was hexenhaftes“, noch selber vor Ort gewesen sei.

Apropos Morde…wow…bei einer FSK 16 und authentischem Hintergrund hätte ich in de Darstellung etwas mehr Zurückhaltung erwartet. Zwar wird es nie Splatter, aber das Geschehene wird schon recht realistisch und drastisch in Szene gesetzt. Allzu weit dürfte House of Manson nicht an einer Freigabe ab 18 Jahren vorbei geschrammt sein.

Regisseur Brandon Slagle, der bisher mit ziemlich schwachem C-Horror in Erscheinung trat, hat ihr auch das Drehbuch verfasst und zusätzlich die Rolle von Charles Manson übernommen. Das macht er ganz ok, wenngleich er von der Leistung eines Matt Smith (Charlie Says) oder Jeremy Davies (Helter Skelter) ein gutes Stück entfernt ist. Wie bereits oben erwähnt, schwingt mir in der Darbietung von Manson in diesem Fall hier auch zu viel Sympathie mit.

Fazit: Wer Interesse an der Person Charles Manson hat, bekommt mit House of Manson einen guten Überblick über die Geschehnisse, wenngleich es bessere Verfilmungen der Thematik gibt. Am Ende ist House of Manson ein solider Film mit schmalem Budget, durchschnittlichen Darstellern und überraschend drastischer Darstellung der Tate-LaBianca-Morde. Für Fans von Filmen nach echten Serienmörder-Fällen ist der Film aber definitiv sehenswert.

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