Review: AMITYVILLE – WIE ALLES BEGANN

(USA 2018)

Regie: Daniel Farrands

Mit: John Robinson, Chelsea Ricketts, Paul Ben Victor

Freigabe: FSK ab 16

Release: 2. Januar 2020

Story: Jede Legende hat einen Beginn… Die gesamte Familie DeFeo wird im Schlaf erschossen. Täter ist der älteste Sohn, Ronald. Vor Gericht erzählt er von Stimmen, die ihn zur Tat gezwungen haben. Warum hat Ronald seine Familie getötet? Und warum sind bis heute alle neuen Bewohner aus dem Haus geflüchtet? Die legendäre, auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte um Amityville Horror, neu erzählt.

Kritik: Jeder der sich schon mal etwas näher mit Horror beschäftigt hat, ist früher oder später auf den Begriff Amityville gestoßen. Unzählige Filme beschäftigen sich mit den Morden, die im gleichnamigen amerikanischen Ort in den 1970er Jahren verübt wurden. Allein die Original-Filmreihe weist mittlerweile stolze zehn Filme vor. Gemeinsam mit allen Trittbrett-Filmen, die den Ort im Titel tragen, sind es weit über zwanzig indirekte Verfilmungen. Die Morde geschahen 1974 tatsächlich und inspirierten u.a. Stephen King zu seinem Erfolgsroman The Shining, der später mit Jack Nicholson in der Hauptrolle von Stanley Kubrick verfilmt wurde

Nun hat sich Daniel Farrands dem Stoff angenommen. Farrands dürfte Horrorfans durchaus ein Begriff sein, saß er doch bereits bei zahlreichen Dokus zu berühmten Horror-Franchises auf dem Regiestuhl. So zum Beispiel die Jason Vorhees-Dokus Crystal Lake Memories und His Name was Jason oder auch Scream: The Inside Story und Hinter den Kulissen – Nightmare on Elm Street. Zuletzt verfilmte Farrands die Manson Morde in dem Thriller The Haunting of Sharon Tate mit Hillary Duff.

The Amityville Murders, der in Deutschland unter dem Titel Amityville Horror – Wie alles begann veröffentlicht wurde, entstand bereits 2018 und findet erst jetzt den Weg nach Deutschland. Vor der Kamera gibt es hier tatsächlich auch durchaus Qualität und bekannte Gesichter zu sehen, allen voran Burt Young, der Filmfans als Rocky-Buddy Paulie bekannt sein dürfte, hier in einer Nebenrolle.

Leider fällt sehr schnell auf, dass man sich bei der Synchronisation nur wenig Mühe gegeben hat. Seit den frühen 90ern habe ich nicht mehr erlebt, dass Kinder so schlecht vertont wurden, wie es hier der Fall ist. Zum Glück haben hier Kinder zumindest keine tragenden Rollen. Aber auch sonst ist abseits der Hauptfiguren ziemlich schlampig synchronisert worden. Wem es möglich ist, sollte Amityville Horror – Wie alles begann definitiv in englischer Originalfassung anschauen.

Ansonsten hat der Spannungsbogen so seine Einbrüche und braucht sehr lange, um Spannung zu erzeugen. Dabei hält sich der Film lange recht dokumentarisch an die Faktenlage, kann sich aber in der zweiten Hälfte nicht verkneifen doch noch unnötig übernatürlich zu werden und so auch entsprechend als Doku-Spielfilm unglaubwürdig zu werden.

Wer es allerdings bis zum Finale schafft, wird mit spannenden letzten 15 Minuten belohnt, die sogar eine gewisse Beklemmung erzeugen können. Ebenfalls sehr stimmig sind am Ende dann Szenen der realen Personen eingewoben. Auch hier stellensich, da auch Originalaufnahmen des Tatorts gezeigt werden, entsprechende Beklemmungen ein.

Fazit: Wer sich für TrueCrime-Horror interessiert, der wird hier solide mit Fakten versorgt. Leider verlieren sich die Fakten in der zweiten Hälfte leider ein wenig. Dafür gibt es ein intensives und beklemmendes Finale. Insgesamt bleibt die Dramaturgie aber zu schwach, um letztlich zu überzeugen.

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