Review: UNDERWATER – ES IST ERWACHT

(USA 2020)

Regie: William Eubank

Mit: Kristen Stewart, Jessica Henwick, Vincent Cassel

Story: Ein vermeidliches Seebeben beschädigt eine Unterwasserstation bei Tiefseebohrungen im Marianengraben schwer. Die wenigen Überlebenden versuchen verzweifelt die Rettungskapseln zu erreichen. Doch schon bald ist der Wasserdruck nicht die einzige tödliche Bedrohung…

Kritik: Hauptdarstellerin Kristen Stewart ist bei Filmfreunden irgendwie ein Reizthema. Seit sie die Rolle der Bella in der Teenie-Vamp-Reihe Twilight übernahm, wird sie einfach nicht mehr richtig ernst genommen und wird dabei oft für ihre monotone Mimik kritisiert. Nach zahlreichen Ausflügen in Nischenproduktionen, wagt sie sich mit UNDERWATER – ES IST ERWACHT wieder nach vorne in den Mainstream. Und soviel sei verraten…es ist ein erfolgreicher Schritt.

Von der ersten Minute erinnert Underwater ein wenig an Ridley Scott’s Alien. Das liegt zum einen am Design der Unterwasserstation und Kristen Stewarts’s Erscheinung in Ellen Ripley-Kurzhaarschnitt, Tanktop und Schlüppi, aber auch an der klaustrophobischen Grundstimmunng, die der Film sehr intensiv vermittelt. Die leisen Sohlen verlässt Underwater aber sehr viel schneller und die Katastrophe bricht nach wenigen Minuten über die Protagonisten und den Zuschauer herein, wie ein Dampfhammer. Wow…was für ein Opening.

Erstmal sortiert und im Kinosessel wieder etwas nach oben gerutschet, stellt sich beim geneigten Cineasten sofort ein leichtes, zufriedenes Grinsen ein, denn man stellt fest, dass man gefesselt ist. Stewart und der restliche Cast spielen sehr überzeugend und somit ist schon mal einer der prognostizierten Kritikpunkte ausgeräumt. Im weiteren Verlauf entwickelt sich Underground als eine Mischung aus dem bereits genannten Alien, gemischt mit The Abyss, Deep Star Six und The Descent. Dabei ist der Film vor allem eines….rasant und spannend. Dabei schafft er es selbst erfahrene Kinogänger mindestens zwei Mal ordentlich zu erschrecken.

Leider versäumt es Underwater seine Protagonisten zu vertiefen. So erfahren wir so gut wie nichts über den Background von Stewart’s Rolle Norah, obwohl da immer wieder mal angedeutet wird, dass es da irgendwas gibt, was sie dazu brachte jahrelang in der Tiefsee anzuheuern. Auch der Rest der Crew bleibt eindimensional. Leidiglich der Captain, bekommt eine winzig-kleine Hintergrundgeschichte. Hier wäre mit etwas mehr Laufzeit (Underwater läuft nur etwas mehr als 90 Minuten), deutlich mehr drin gewesen.

Das Monsterdesign, welches zu 98 Prozent aus dem PC stammt, ist zwar nicht wirklich einfallsreich, aber gelungen. Durch die ständige Finsternis kommt Underwater auch kaum in die Verlegenheit allzu viel vom Monsterdesign enthüllen zu müssen. Alles in allem ist das CGI hier sehr passend eingesetzt und gelungen.

Im letzten Drittel wird dann zwar etwas überdeutlich die Frauenpower-Keule geschwungen und so richtig überraschend ist das große Finale dann auch nicht, aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn spannend bleibt Underwater bis zur letzten Minute.

Fazit: Unterwasserhorror ist selten geworden. Warum eigentlich? UNDERWATER – ES IST ERWACHT zeigt sehr deutlich, wie effektiv ein Schocker in der Tiefsee sein kann. Es muss nicht immer der Weltraum sein. Der Film bietet einen superstarken Auftakt und hält die Spannung bis zum Schluss konstant hoch. Die Charaktere bleiben etwas auf der Strecke, aber der Cast, allen voran Kristen Stewart, liefern einen guten Job ab. Ein Pflichtfilm für Fans von Alien, The Abyss und The Descent.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.