Review: OBSESSED – TÖDLICHE SPIELE

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(USA 2018)

Originaltitel: Braid

Regie: Mitzi Peirone

Mit: Imogen Waterhouse, Tricia Miller, Sarah Hay

Freigabe: FSK ab 18

Release: 24. Januar 2020

Story: In ihrer Kindheit waren Petula, Tilda und Daphne die allerbesten Freundinnen und spielten zusammen in einer von ihnen entworfenen Fantasiewelt. Viele Jahre später dealen Petula und Tilda mit Drogen, haben Schulden bei Leuten, die damit keinen Spaß verstehen und schrecken auf der Jagd nach dem schnellen Geld auch nicht davor zurück, ihre einstige Freundin zu erleichtern. Daphne hat es zu einem kleinen Vermögen gebracht, lebt aber zurückgezogen in einem großen Haus und noch immer in der Traumwelt von damals. Es beginnt ein Psychoterror, der tödliche Konsequenzen hat…

Kritik: Wenn man die Top 5 der genretypischen Probleme im Horror benennen müsste, wäre fehlende Kreativität sicherlich mit dabei. Zu oft gibt es eben nur Abwandlungen bereits bekannter Filme und der selbe Plot wird leicht variiert zum hundertsten Mal wieder verwertet. Nur selten kommen dann Genrefilme um die Ecke, die mal so ganz anderes sind und genau um einen solchen Film handelt es sich bei OBSESSED – TÖDLICHE SPIELE.

Ich muss zugeben der deutsche Titel hat mit nicht so richtig Lust auf den Film gemacht. Das klingt mit alles zuviel nach 90er-B-Erotikthriller als nach intelligentem Genrekino. Aber der im Original BRAID betitelte OBSESSED ist es wert gesehen zu werden. Dabei sollten Freunde der leichten Horrorkost, allerdings Abstand nehmen, denn 08/15-Standardware ist der Film sicherlich nicht. Weder hinsichtlich der Optik, noch der Erzählstruktur und noch viel weniger bei seinen Figuren. Hier ist alles irgendwie anders und das gefällt sicher nicht jedem. Wer sich aber auf den Film einlässt und auch für ungewöhnliche, schräge Filme offen ist, der wird seine helle Freude haben.

Dabei braucht Obsessed ein wenig, um in die Gänge zu kommen, aber sehr schnell stellt sich heraus, dass hier irgendwie niemand der ist, für den er sich ausgibt. Es gibt zahlreiche skurille Szenen mit schrägen Perspektiven und veränderten Farben, da die Protagonisten reichlich illegale Substanzen zu sich nehmen und dies entsprechend visualisiert wird. So entwickelt sich ein Horrortrip irgendwo zwischen American Psycho, Fear and Loathing in Las Vegas und Naked Lunch, der mit zahlreichen Wendungen zusätzliche Spannung generiert.

Dabei geht es oftmals recht blutig zur Sache, wenn gleich es kein Splatterfeuerwerk ist und vieles auch nur Abseits der Kamera geschieht. Alles in allem geht die Freigabe ab 18 der FSK durchaus in Ordnung, was aber wohl weniger rein and der grafischen Gewalt liegt, als an der völligen Abwesenheit positiv besetzter Charaktere. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen hier nicht, sie existieren gar nicht erst. Ein Umstand den die FSK noch nie wirklich schätzte. Gorehounds sollten also gewarnt sein. Zwar gibt es ein paar durchaus blutige Szenen, die eigentliche Gewalt spielt sich aber meist im Off der Kamera ab.

Vor der Kamera hingegen tummeln sich durchaus bekannte Gesichter. Tricia Miller (Orange is the new black), Imogen Waterhouse (Nocturnal Animals) und Sarah Hay (Black Swan) liefern hier eine richtig gute Leistung und wissen in ihren Rollen zu überzeugen. Dazu gibt es unterschiedliche Elektrobeats aus den Boxen, die das psychoaktive Treiben passend untermalen.

Fazit: Was für ein Trip…OBSESSED ist ein drogendurchsetzter Horrortrip in dem niemand das ist, was man denkt und nichts ist, wie es ist. Eigenwillig, skurril und wendungsreich, ist Obsessed ungewöhnliches Genrekino, das Horrorfans ein wenig spalten wird. Für die einen zu schräg, für die anderen ein kleines Kunstwerk. Wer ungewöhnliche Horrorstreifen, wie Excision mag, der wird hier definitiv bedient werden.

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