Review: ENDZEIT

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(D 2018)

Regie: Carolina Hellsgard

Mit: Trine Dyrholm, Maja Lehrer, Barbara Philipp

Freigabe: FSK ab 16

Release: 24. Januar 2020

Story: Vor zwei Jahren haben Zombies die Erde überrannt. Weimar und Jena sind dank eines Schutzzauns die vermutlich letzten Orte menschlicher Zivilisation. Als VIVI (22) und EVA (26) sich zwischen den Städten schutzlos auf freiem Feld wiederfinden, müssen sie wohl oder übel gemeinsam den Kampf gegen die Untoten aufnehmen. Und damit auch gegen die Dämonen der eigenen Vergangenheit. Vivi versucht verzweifelt herauszufinden, was mit ihrer kleinen Schwester passiert ist, während Eva ihr Image als furchtlose „Zombie-Killerin“ hinter sich lassen und neu anfangen will. Auf ihrem Weg finden die jungen Frauen keine finstere Endzeit-Welt, sondern eine berauschend schöne Natur vor, die sich alles zurückerobert hat, was sie einst Zivilisation nannten. Diese mystisch-märchenhafte Dystopie birgt ungeahnte Gefahren, aber auch ungeahnte Chancen für ein neues Leben in einer neuen Welt.

Kritik: Zombies mal wieder….was aus Deutschland? Das gibt’s abseits des Amateursplatter ja eher selten. RAMMBOCK war da anno 2010 ein gutes Beispiel dafür, dass Horrorkino aus Deutschland durchaus tauglich sein können. ENDZEIT hingegen basiert auf dem gleichnamigen Graphic Novel aus dem Jahr 2018 und mischt Endzeit, Roadmovie, Zombiehorror und Drama ordentlich durcheinander. Doch fangen wir mal vorne an.

ENDZEIT beginnt mitten in der Apokalypse. Ein Virus hat nicht nur Deutschland weitflächig in das Chaos gestürzt. Die ersten (sehr schnellen) Untoten lassen demnach nicht lange auf sich warten und die Optik kann durchaus überzeugen und erinnert stark an die frühen Staffeln von THE WALKING DEAD. Auf CGI-Effekte hat man allerdings gänzlich verzichtet oder sie sind mir zumindest nicht aufgefallen. Dabei liegt der Fokus von ENDZEIT aber keineswegs auf grobem Splatter. Die wenigen, blutigen Szenen sind zwar rau, aber immer mit einer gewissen Distanz inszeniert. Hier steht mehr das Trauma der Protagonisten im Vordergrund. Die Überlebenden sind hier tatsächlich mal mehr traumatisierte, verlorene Individuen, anstatt schwertschwingende Superhelden. ENDZEIT versucht sich hier deutlich näher an einer fiktiven Realität zu orientieren, als an einem überzogenen Actionspektakel. Zombie-Puristen und Gorebauern werden demnach hier wenig Freude haben.

Wer sich aber auf die sehr gut gespielten Hauptfiguren einlassen kann, der bekommt ein bierernstes Horrordrama serviert, dass einen schon ein wenig grübeln lässt. Irgendwie aber auch typisch deutsch mit beklemmender Ernsthaftigkeit, wie es auch bereits Filme, wie DIE WOLKE oder die Serie 8 TAGE serviert haben.

Im zweiten Drittel verliert sich sich der Fokus der Geschichte ein wenig zu sehr in philosophischen Grundsatzfragen und entsprechend esoterischen Ansätzen. Kurz bevor man aber denkt, dass ENDZEIT hinten raus die Luft ausgeht, zieht der Film im letzten Drittel nochmal ordentlich an und präsentiert sogar eine überraschend aufwendige und beeindruckende Zombie-Massen-Szene, die so in einer deutschen Produktion meines Wissens nach, noch nicht zu sehen war.

Fazit: Freunde ernster und dramatischer Horrordramen sind definitiv die Zielgruppe von ENDZEIT. Eine entsprechend langsame, actionarme Erzählweise gehört da aber eben auch dazu und wird den Durchschnitts-Zombiefan wahrscheinlich abschrecken. Wer aber das Thema Endzeit mag und mehr auf glaubhafte Charaktere als auf blutige Action steht und dazu mal wieder Horror aus Deutschland sehen will, der sich lohnt, dem sei ENDZEIT wärmstens empfohlen. Der Fokus liegt allerdings deutlich stärker auf dem Drama und Trauma der Protagonisten, als auf Zombiehorror.

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