Review: RAMBO – LAST BLOOD

copyright Universum Films

(USA 2019)

Regie: Adrian Grunberg

Mit: Sylvester Stallone, Paz Vega, Yvette Monreal

Freigabe: FSK ab 18

Release: 31. Januar 2020

Story: John Rambo (Sylvester Stallone) hat viele große Schlachten in seinem Leben geschlagen – nun soll endlich Schluss sein. Zurückgezogen lebt der Kriegsveteran inzwischen auf einer abgelegenen Farm in Arizona. Doch der einstige Elitekämpfer kommt nicht zur Ruhe. Als die Enkelin seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza) verschleppt wird, begibt sich Rambo auf eine Rettungsmission jenseits der amerikanischen Grenze nach Mexiko. Schon bald sieht er sich dort einem der mächtigsten und skrupellosesten Drogenkartelle gegenüber. Die vielen Jahre im Kampf mögen Rambo gezeichnet haben, aber sie haben ihn nicht weniger gefährlich gemacht.

Kritik: Ach der gute alte Rambo…wer kennt ihn nicht? Synonym für Brutalität, obwohl ursprünglich als kritische Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Vietnam-Trauma angelegt. So runzeln weniger film-affine Menschen heute noch gerne die Stirn, wenn man ihnen sagt, dass es sich beim RAMBO: FIRST BLOOD um eine Romanverfilmung handelt. Wenn gleich man natürlich schon sagen muss, dass sich der Film sehr weit von der Buchvorlage des amerikanischen Autors David Morrell entfernt und nur noch die Grundidee gemein hat.

Nun hat der erste Rambo-Film allerdings auch schon fast stolze 40 (!!) Jahre auf dem Buckel und da mit Sylvester Stallone auch noch immer der selbe Darsteller in die Hauptrolle schlüpft, muss man zum einen wirklich den Hut ziehen und zum anderen aber auch an der Story des aktuell fünften Teils RAMBO: LAST BLOOD so arbeiten, dass das noch halbwegs Glaubhaft daherkommt.

Schon in den ersten Minuten verlangt der Film Cineasten etwas Eingewöhnung ab. Da ist zum anderen der Synchronsprecherwechsel von Stallone zu verkraften, da die gewohnte Stimme von Thomas Dannenberg ersetzt werden musste. Dannenberg hat sich aus gesundheitlichen Gründen in die verdiente Rente verabschiedet. Zum anderen ist da aber auch Stallone selbst, der mittlerweile doch arg Botox-gezeichnet daherkommt. Warum man ihn dann auch ausgerechnet derart unvorteilhaft auf das Cover der Standard-Amary gedruckt hat, ist mir rätselhaft.

Sind diese ersten Hürden genommen entwickelt sich RAMBO: LAST BLOOD dann erstmal ungewohnt langsam. Dabei zeichnet er ein Drama nach als den üblichen Verlauf klassischer Actionfilme. Wer pure Hirnaus-Action will wird hier vermutlich zunächst etwas irritiert sein. Dabei steht dem gealterten John Rambo der Fokus auf eine echte Geschichte durchaus gut zu Gesicht. Ok, es ist jetzt nicht so, dass sich eine oscarreife Story entwickelt, aber gemessen an den Geschichten, die in den Teilen 2 bis 4 erzählt wurden, ist der Storyfokus hier schon hoch.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Deutschland tatsächlich die längste Fassung des Films bekommen hat. Die FSK 18 freigegebene Fassung ist vollkommen ungeschnitten und das ist gleich doppelt interessant. Egal ob UK, USA oder Australien….auf allen Teilen der Welt wurden Teile des Films geschnitten, nur in good old Germany nicht….ein seltener Fall. Dabei sei gesagt, dass RAMBO: LAST BLOOD ordentlich gewalttätig ist. Zwar kann er den Vorgänger JOHN RAMBO diesbezüglich nicht überbieten, ordnet sich aber unmittelbar dahinter ein. Hier werden Knochen rausgerissen, Körper gesprengt, aufgespießt, zerhackt und was weiß ich nicht noch alles….und die Kamera ist munter mitten drauf. Also Fans harter Actionkost dürfen bedenkenlos zugreifen. Dabei verteilen sich die Brutalitäten allerdings zu gut 90 Prozent auf die letzten 15 Minuten des Films. Regisseur Adrian Grunberg zeigt hier, nach GET THE GRINGO, deutlich, dass er ein Händchen für Action der härteren Gangart hat.

RAMBO: LAST BLOOD macht Spaß und all die negativen Kritiken zum Kinostart sind mir recht unverständlich. Die Story passt durchaus ins Rambo-Universum und die Geschichte wird nie langweilig, wenngleich sie natürlich nichts erzählt, was man nicht schon mal irgendwo gesehen hätte. Wenn John Rambo dann im Finale in seinem Höhlensystem zu den Klängen von THE DOORS anfängt die bösen Buben ins Jenseits zu befördern, dann hat der Actionfan definitiv ein Grinsen im Gesicht. Das ist es was ein Rambo-Film tun sollte und genau das tut er auch.

Langsam kommt das Franchise bzw. Stallone dann natürlich auch an seine körperlichen Grenzen. Dabei gibt es wohl schon Überlegungen ihn ein weiteres Mal als John Rambo über die Leinwand zu jagen. Falls man das Franchise, verständlicher Weise, nicht sterben lassen will, sollte man eventuell eher über ein Reboot nachdenken, dass sich näher an der Buchvorlage bewegt und somit auch einen ganz anderen John Rambo-Charakter kreiert. Das würde eine Akzeptanz eines „neuen“ Hauptdarstellers bei den Filmfans sicher erhöhen.

Fazit: Wer sich auf die drama-artige Erzählstruktur einlässt, bekommt mit RAMBO: LAST BLOOD einen grundsoliden und saubrutalen Actioner geboten, der einfach Spaß macht. Natürlich nicht frei von Schwächen, aber mit das Beste, was das Actionkino in den letzten Jahren zu bieten hatte. Sly hat es immernoch drauf.

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