Review: YUMMY

(Belgien 2019)

Regie: Lars Damoiseaux

Mit: Maaike Neuville, Bart Hollanders, Benjamin Ramon

Freigabe: FSK ab 18 / ungekürzt

Story: Alison fährt mit ihrem Freund Michael und ihrer Mutter in eine osteuropäische Schönheitsklinik. Während ihre Mutter diverse kosmetische Änderungen vornehmen lassen will, will Alsion ihren Busen verkleinern lassen. Ihr Freund Michael ist ein ehemaliger Medizinstudent, der jedoch kein Blut sehen kann. Schon sehr bald bemerken die Beiden, dass hier etwas so ganz und gar nicht stimmt und müssen sich plötzlich blutrünstigen Zombies erweheren.

Kritik: Als Yummy im Jahr 2020 der FSK vorgelegt wurde, machte der Film dadurch Schlagzeilen, dass er vom Gremium zunächst abgelehnt wurde. Die Gewaltdarstellung mache eine Kennzeichnung unmöglich und das obwohl der Film ganz offenkundig als Komödie angelegt sei. Der Verleiher Busch Media ging in Berufung und konnte in zweiter Instanz dann doch eine Freigabe ab 18 Jahren für die ungeschnittene Fassung erwirken. Eine Geschichte, die sich jede Marketingabteilung eines Horrorfilms wünscht. So war man sich der Aufmerksamkeit der geneigten Horrorfans sicher. Auch ich hatte bei Sichtung diese Geschichte im Hinterkopf und gewisse Erwartungen, denn nur noch selten werden heute Horrorfilme, die ganz klar Komödie sind von der FSK abgelehnt. Und ja, natürlich ist Yummy durchaus blutig und irgendwo auch gewalttätig, aber am Ende gibt es hier nichts zu sehen, was in ähnlich gelagerten Filmen nicht auch zu sehen war, die teilweise sogar eine Freigabe ab 16 Jahren erhielten (z.B. Shaun of the Dead). Hier zeigt sich wieder einmal die Zufälligkeit der FSK-Freigaben. Glücklicherweise gehen Verleiher heute sehr häufig in Berufung, so dass wir Yummy auch in Deutschland, und das völlig zu recht, ungeschnitten zu Standardpreisen sehen können. Im Vergleich zu den Dead Snow-Filmen, ist Yummy in keinster Weise härter.

In den ersten Minuten von Yummy fällt zunächst die recht bescheidene Synchronisation auf, die sich auf einem etwas besseren Porno-Niveau bewegt. Wem das möglich ist, der sollte den Film in der englischen Originalsprache anschauen. Zwar werden die Darsteller auch dann nicht zu Oscar-Preisträgern, aber die Atmosphäre wird dadurch um einiges besser.

Viel erfahren wir nicht über die Hintergründe der Darsteller, aber den Anspruch hatten die Macher von Yummy auch nicht. Schnell ist klar, dass diese Klinik nicht so ganz nach offiziellen Standards arbeitet und ehe wir uns versehen entfaltet sich das „Zombies in der Schönheitsklinik“-Szenario. Wo dann manchen Filme und absolut Doofe und Flache abstürzen, kann Yummy durchaus Punkte sammeln, denn hoffnungslos blöde wird der Film nie. Zwar zündet auch hier ein Gag mehr als andere, aber in Summe unterhält Yummy den geneigten Splattercomedy-Fan sehr gut.

Die Effekte sind dabei in weiten Teilen handgemacht, wenngleich in Maßen auch CGI zum Einsatz kommt. Das geht so absolut in Ordnung und weiß zu überzeugen. Die 90 Minuten vergehen somit wie im Fluge und wenngleich Yummy kein großer Klassiker des Genres werden wird, so sorgt er aber auf jeden Fall für einen unterhaltsamen Abend im Heimkino. Eine Fortsetzung wäre wünschenswert.

Fazit: Wer auf Zombiekomödien im Stil von Dead Snow und Shaun of the Dead steht, der wird auch bei Yummy seinen Spaß haben. Wer aufgrund der Vorgeschichte derbste Gewaltexzesse erwartet, wird allerdings enttäuscht. Dabei ist Yummy ein kurzweiliger Zombiespaß, der mit einigen guten Gags und ordentlichen Effekten punktet. Die deutsche Synchronisation ist allerdings auch ein Fall für die Schönheitsklinik.

Wertung: 7/10

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